Institutionelle Veranstaltungen

Jahresempfang 2025

Wie jedes Jahr bildete der Jahresempfang den Auftakt des Veranstaltungskalenders 2025 der AHK Italien. Mit über 300 Teilnehmerunternehmen bestätigte sich die Veranstaltung einmal mehr als größte Networking-Plattform für die deutsch-italienische Business-Community. Vor einem breiten Publikum wurden die Erfolge des vergangenen Jahres präsentiert. Zudem stand die Bedeutung der deutsch-italienischen Zusammenarbeit für die Wettbewerbsfähigkeit beider Länder im Fokus und wurde von Guido Guidesi, als Mitglied der Regionalregierung der Lombardei zuständig für Wirtschaftsentwicklung, unterstrichen.


19. Deutsch-Italienisches Wirtschaftsforum

Das Deutsch-Italienische Wirtschaftsforum, zentraler Bezugspunkt für den wirtschaftspolitischen Dialog zwischen Deutschland und Italien sowie für die Debatte über die Zukunft Europas, fand 2025 bereits zum 19. Mal statt. An der Universität Bocconi in Mailand stand die Konferenz ganz im Zeichen der Frage, wie Innovation und Kompetenzen die europäische Wettbewerbsfähigkeit stärken – und welchen strategischen Beitrag Deutschland und Italien als führende Industrienationen dazu leisten können.

Auf Grundlage der gemeinsam mit dem INC Innovation Center in München erarbeiteten Studie wurde in den institutionellen und fachlichen Beiträgen die Dringlichkeit betont, die bestehende Innovationslücke gegenüber den USA und China zu schließen. Klar wurde dabei: Deutschland und Italien haben eine Schlüsselrolle, wenn es darum geht, die industrielle und technologische Zusammenarbeit zu vertiefen und die digitale sowie die energetische Transformation Europas zu beschleunigen.

Zu den strategischen Prioritäten zählten insbesondere die Entwicklung neuer Modelle gemeinsamer Innovation zwischen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Institutionen. Ebenso hervorgehoben wurden die Investitionen in MINT-Ausbildung, der Ausbau digitaler Kompetenzen sowie gezielte Maßnahmen zur Gewinnung und Förderung von Talenten – allesamt essenziell, um das europäische industrielle Ökosystem nachhaltig zu stärken.


AHK 4 STEM

Die Entwicklung von Kompetenzen, die den aktuellen und zukünftigen Anforderungen der Unternehmen entsprechen, ist ein zentraler Faktor für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit Europas. Doch wählen europaweit lediglich 26,6% der Studierenden ein MINT‑Studium – und Italien liegt mit 24,9% sogar unter dem europäischen Durchschnitt. Gleichzeitig geben 78% der Unternehmen an, keine Kandidatinnen und Kandidaten mit den erforderlichen technischen Fähigkeiten zu finden, insbesondere in den Bereichen Transport und Logistik, Automotive, Life Sciences sowie Industrie und Materialien.

Um dieser wachsenden Diskrepanz zwischen benötigten und verfügbaren Kompetenzen entgegenzuwirken, hat die AHK Italien im Jahr 2025 das Programm „AHK 4 STEM“ ins Leben gerufen. Basierend auf Best‑Practice‑Erfahrungen junger Fachkräfte aus Unternehmen der deutsch‑italienischen Business Community verfolgt das Programm das Ziel, Schülerinnen und Schüler frühzeitig für ein MINT‑Studium zu begeistern, bestehende Vorurteile abzubauen und ein realistisches Bild technischer Ausbildungswege zu vermitteln. So soll langfristig dazu beigetragen werden, die Qualifikationslücke auf dem Arbeitsmarkt zu verringern.

Die erste Ausgabe des Programms wurde sehr erfolgreich abgeschlossen: Mehr als 300 Schülerinnen und Schüler aus Schulen in Mailand und der Provinz konnten erreicht werden. Unterstützt von Vertreterinnen und Vertretern unserer Mitgliedsunternehmen, die Einblicke aus ihrem eigenen akademischen und beruflichen Werdegang gaben, entwickelten die Klassen interaktive Projekte zu Themen wie vorausschauende Wartung, Energieeinsparung im Unternehmen, Arbeitssicherheit und Qualitätskontrolle.

Diese positive Resonanz bestätigt die Relevanz des Programms und unterstreicht die Bedeutung gemeinsamer Anstrengungen zur Förderung technischer Kompetenzen in Italien.


Webinare

Im Jahr 2025 haben wir unsere Online‑Veranstaltungen als wichtiges Informationsformat für unsere Mitglieder erfolgreich neu belebt. Mit diesem digitalen Angebot erreichen wir nicht nur Unternehmen in ganz Italien, sondern auch zahlreiche Mitglieder und Partner in Deutschland. Thematisch standen die Webinare klar im Zeichen wirtschaftlicher Entwicklungen und ihrer Auswirkungen auf die deutsch‑italienische Business Community.

Den Auftakt bildete im März die Präsentation unserer aktuellen Daten zum Wirtschaftsaustausch zwischen Deutschland und Italien durch AHK-Geschäftsführer Jörg Buck. Der bilaterale Handel erreichte 2024 ein Volumen von 156 Milliarden Euro und verzeichnete damit einen Rückgang von 4% gegenüber dem Vorjahr.

Im Anschluss beleuchteten wir gemeinsam mit Manuela Maccia, Head of Investment Solutions & Chief Investment Office Italy bei Deutsche Bank, das hochaktuelle Thema der US‑EU‑Zölle. Im Mittelpunkt standen die Stimmung der Unternehmen, die jüngsten makroökonomischen Trends, der anhaltende Kostendruck sowie der sich abzeichnende regulatorische Rahmen.

Abgerundet wurde die Reihe durch eine Veranstaltung mit der BayernLB und ihrem Chefökonomen Dr. Jürgen Michels, der einen umfassenden Ausblick auf die wirtschaftliche und finanzielle Lage Europas sowie auf die Entwicklungen in Deutschland und Italien gab. Diese Online‑Formate haben sich 2025 erneut als wirksames Instrument erwiesen, um unsere Mitglieder zeitnah und zielgerichtet über relevante Themen zu informieren und den bilateralen Austausch weiter zu stärken.


Sectorial Business Outlook

Wie jedes Jahr präsentierten wir im November 2025 die Ergebnisse unserer regelmäßigen Umfrage zu den Geschäftsaussichten der Unternehmen im deutsch-italienischen Ökosystem.

Die schwierige Lage für Unternehmen hält an: Bei der Bewertung der aktuellen Situation stufen die meisten Unternehmen (44,6%) diese als zufriedenstellend ein, 40,5% als gut und 15% als negativ. Mit Blick auf die kommenden Monate überwiegen diejenigen, die Stabilität erwarten (60%). Jedes dritte Unternehmen rechnet mit Verbesserungen, während der Anteil derjenigen, die weitere Verschlechterungen erwarten, auf 8% sinkt: ein nicht unerheblicher Prozentsatz, der jedoch unter dem Niveau des letzten Jahres liegt. Ähnlich sieht es bei der italienischen Konjunktur aus: Über 60% der Befragten erwarten Stabilität, aber jedes fünfte Unternehmen rechnet mit einem Rückgang.

Unter den von den Unternehmen wahrgenommenen Risiken stellen  ein Rückgang der Nachfrage (60,8%) und politisch-wirtschaftliche Entscheidungen (48,7%) weiterhin die größten Unsicherheitsfaktoren dar. Auch das Risiko, kein qualifiziertes Personal zu finden, steigt (39%).

Die US-Zölle geben weiterhin Anlass zur Sorge: 52% der Mitgliedsunternehmen rechnen mit negativen Auswirkungen. Vor sechs Monaten erwarteten jedoch noch 25% der Unternehmen stark negative Auswirkungen, heute sind es nur noch 5,5%. Auch wenn die US-Zölle weiterhin einen erheblichen Risikofaktor darstellen, scheinen sich die pessimistischsten Prognosen heute zumindest teilweise abgeschwächt zu haben.

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